Nichts ist schöner als Christus zu kennen und die Freundschaft mit ihm

In seiner Predigt in der Kölner Kirche St. Pantaleon ermunterte Prälat Fernando Ocariz die Gläubigen, Christus wirklich kennenzulernen. Es gebe nichts Schöneres, als Christus zu kennen und anderen die Freundschaft mit ihm nahezubringen. “Was für eine grandiose Mission haben wir – auch wenn wir schwach sind!"

vom Prälaten
Opus Dei - Nichts ist schöner als Christus zu kennen und die Freundschaft mit ihm

Liebe Brüder und Schwestern!
Ich bin sehr froh, hier in diesem schönen Land zu sein. Ich liebe Deutschland. Leider kann ich kein Deutsch. Ich spreche auf Spanisch, aber alles wird übersetzt.

In der ersten Lesung haben wir die Worte des heiligen Paulus gehört: „Die Liebe Christi drängt uns.“ Die Liebe drängt uns, nicht für uns selbst zu leben, sondern für Chrístus, der für uns gestorben und auferstanden ist. Der Apostel sagt kurz, was auf unserer Erde durch Christus geschah: „Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.“ Doch es gibt noch so vieles, was in unserer Welt mit Gott versöhnt werden muss! Paulus fügt hinzu, dass Gott „uns das Wort von der Versöhnung anvertraut hat“.
Die Liebe zu Christus drängt uns, für Ihn zu leben und nicht für uns selbst. Und das führt zum Apostolat, zur Mission der Kirche und von uns allen: Die Mission, in jedes Ambiente der Gesellschaft das „Wort der Versöhnung“ zu tragen. Dazu benötigen wir Bildung, besonders eine tiefe Kenntnis des Evangeliums. Wie es der heilige Josemaría Escrivá sagt: „ Wir müssen die Lehre Christi verbreiten. Eigne dir eine solide und klare religiöse Bildung an, damit du anderen die Fülle der Botschaft Christi weitergeben kannst.“
Vielleicht kommt uns die Frage, die Judas Thaddäus Jesus stellt: „Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt?“ Wäre es nicht besser, Herr, dass du alles tust, statt auf unsere armen Kräfte zu vertrauen? Die Antwort Jesu an Judas Thaddäus ist folgende: „Wenn jemand mich liebt (...), wird ihn mein Vater lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“. Ja wirklich, der Herr tut alles, aber er tut es jetzt und in Zukunft durch seine Kirche und durch jeden von uns, in dem Maße, in dem er durch die Liebe in uns ist.
Jeder von uns kann in seinem Ambiente - in der Familie, in der Arbeit, in allen sozialen Kontakten - das „Wort der Versöhnung“ präsent machen, also das Evangelium und Jesus Christus präsent machen. Was für eine grandiose Mission haben wir – auch wenn wir schwach sind!
Wie sagte Papst Benedikt zu Beginn seines Pontifikates: „Es gibt nichts Schöneres, als von Christus durch das Evangelium gefunden zu werden. Es gibt nichts Schöneres, als ihn zu kennen und anderen die Freundschaft mit ihm zu bringen.“
Die Stelle des Evangeliums, die wir gerade gehört haben, führt uns nach Jerusalem, zum letzten Abendmahl des Herrn. In jenem langen hohepriesterlichen Gebet kommt ein Moment, in dem Jesus Gott Vater nicht nur für die Apostel bittet die dort anwesend sind, sondern auch für uns, die wir in Zukunft seine Jünger sein würden. Um was bat der Herr für uns? Um die Einheit: „Alle sollen eins sein, wie du Vater in mir und ich in dir.“ Die Einheit ist nötig für eine wirksame Evangelisierung, damit die Welt Jesus Christus anerkennt. Denn so sagt der Herr: „damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast“.
Diese Einheit, die Jesus für uns erbeten hat, hat ein Vorbild und ein Fundament: die Einheit Gottes zwischen Vater und Sohn. Diese Einheit ist der Heilige Geist, die unendliche göttliche Liebe. Deshalb sollen wir uns anstrengen, Instrumente der Einheit in der Kirche zu sein, indem wir Instrumente der Einheit in der eigenen Familie, im eigenen Ambiente und im normalen Leben sind, durch die Liebe, durch die affektive und effektive Liebe.
„Alle sollen eins sein ... damit die Welt glaubt.“ Das führt uns zu Papst Franziskus. Denn er ist als Papst das sichtbare Prinzip und Fundament der Einheit der Kirche. Beten wir jeden Tag oft für den Papst, für seine Anliegen, für seine Arbeit als Hirte der universalen Kirche. Liebe Brüder und Schwestern!
Ich freue mich sehr, daß wir hier als Familie zusammen sind. Und gemeinsam beten können, wie es der hl. Josemaría tat: Omnes cum Petro ad Iesum per Mariam! Gehen wir zusammen mit dem Papst durch Maria zu Jesus! –
Amen.